27.12.2011

Liebe

Mein wundervoll liebster Mr. Insane,
oder vielleicht bist du auch gar kein Mr. sondern eine Miss wie ich eine bin.
Doch egal was du bist und wie du es bist:
setz dich zu mir an das Feuer in der Dunkelkeit meiner Seele, welche nun nicht mehr dunkel und kalt, sondern von warmen Schein und durchdringender Hitze durchtränkt ist - wenn auch mit einer schwarzen Schicht Ruß - durch das Feuer, welches du in meiner linken Herzkammer gelegt hast, sei es aus Willkür oder einem Wunsch geschehen.
Und sei dies noch lange nicht genug, so sticht jedes deiner Worte, jeder Schwur, jeder Brief, den du mit einem Messer aus Eis in meine Haut ritzt, all dieses stickt eiskalt und im perfekten Kontrast zu dem Feuer in mir in die rechte Herzkammer und so treffen sie sich in der Mitte: Hitze und Kälte, stechender,rascher und schleichender, quälender Schmerz.
Und während ich innerlich verbrenne und an dem Blut, welches aus der Wunde sickert, ersticke, während ich also sterbe - langsam und immer zu - ersehne ich auf meinem Sterbebett deine Worte, deine Küsse und deine Nähe, welche mich wiederbelegen könnten. Nein, sie tun es.
Und so sterbe ich tausend Tode nur um wiederbelebt zu werden um dann einen weiteren Tod durch dich zu sterben. Qualvoll. Langsam. Endlos.
So rette mich doch, flieh mit mir vor dir.
Trage mich in deinen Armen aus der Hölle und flieg mit mir davon.
Doch sag mir nicht, dass deine Schwingen, welche uns davontragen und welche meine trügerische Liebe zu dir als Engelsflügel tarnt, sag mir nicht Liebster - oder sei eine Liebste? - sag mir nicht, dass es Dämonenschwingen sind und sie mir nicht in die Augen, denn die Maske, die du so erfolgreich vor mir trägst, vermag nicht deine Augen zu trüben und so würde ich hinter dem Engelsblau deiner Augen den roten Blutrausch erkennen.
Und dann, könnte ich in meiner blinden Angst vor dir überhaupt noch denken, würde ich eins und eins zusammenzählen und ich würde fallen. Tief. Langsam. Endlos.
Und würde ich endlich aufschlagen, doch niemals wird dies geschehen, so wird das ganze Blut, an welchem ich seit endlosen Zeiten ersticke, sich seinen Weg aus meinen verrenkten und gebrochenen Körper bahnen und von meinem Herz wäre nur noch ein Haufen Asche übrig.
So lass mich sterben oder leben, entscheide dich rasch und dann, solltest du dich entscheiden - doch niemals wärst du dazu in der Lage - so flieh mit mir vor dir und lass mich unwissentlich deine ewige Frau werden.
Raub mir mich selbst und geb mich mir niemals zurück, lass meeine Schwächen und Stärkeen und meinen Willen sterben und behalte mich als neues Wesen in meiner leblosen Hülle zurück.
Ich bin gerne bereit dieses Opfer für dich zu bringen, denn auch ich bin halb Engel halb Dämon und so töte ich den Engel in mir um dich zu lieben und nicht zu fürchten, wie es sonst meine Natur wäre, und lasse den Dämon raus und besteige den Thron neben deinen.
Ich werde dich lieben bis in alle Ewigkeit und für immer.
Der Blutrausch der uns begleitet, Tag und Nacht und in jeder Sekunde unseres Seins, wird uns mit jedem Tropfen mehr binden. Doch pass auf, dass ich nicht zu Kräften komme, denn dann werde ich dich in meiner verzweifelten Liebe und grenzenlosem Hass töten.

Doch nun erkläre mir: wie gesteht man jemandem, den man nicht länger als ein Herzschlag lang kennt, die Liebe? Und sollte man es tun auch wenn ein Kuss Meere in Brand gesetzt hat und Berge schmelzen ließ und das Feuer einfror in ewige Schönheit?

Wofür kämpft man überhaupt? Wofür starben früher die Ritter im Krieg? Etwa für ihr Land, für ihren König?
Nein sie starben, weil sie zuhause eine Frau hatten, die sie liebten und die Liebe wurde erwidert.
Doch warum liebt man, wenn am Ende doch nur eine Enttäuschung übrig bleibt, wenn Liebe heutzutage fast nichts mehr wert ist.
Wenn ich daran denke, dass man früher nur einen Mann geliebt hat - für immer - und man heute froh sein kann, wenn man noch unter den ersten fünf Mädchen gehört, die der Mann je hatte, dann fragt man sich doch, was aus der Gesellschaft geworden ist.
Fortschritt, sagen manche. Die Emanzipation ist Schuld, sagen andere.
Und zum Teil stimmt es. Denn was ist an einer Frau weiblich, mit der man nach Feierabend ein Bier trinkt und die nur Männerkleidung trägt? Oder was ist an einem Mann männlich, der beim Anblick einer Spinne wie ein Mädchen kreischt und auf den nächsten Stuhl springt?
Doch so ist es nun einmal und dagegen kann man leider nichts tun.
Die Liebe ist ein vergängliches Glück und doch so gegenwärtig.
Als ich heute meinen Laptop wieder bekam - oh Gott war ich glücklich - durfte ich erstmal etliche Bilder löschen, von meiner vergangenen Liebe.
Schmerzlich wurde ich mir bewusst, dass alle Gefühle diesbezüglich in eine unreale, emotionslose Art Zwischenwelt abgeglitten war. Es kam mir vor als wäre das Mädchen, das mir auf den Bildern entgegenlächelte ein anderes gewesen, welche ich mal vor Jahren gekannt habe, aber nicht als sei ich selbst das gewesen.
Doch zum Glück, war das nicht alles was ich auf meinem Rechner gefunden habe.
Hier ein paar Dinge:








also habt Spaß ihr Tollen.
Ach und: Frohes Weihnachtsfest und einen super Start ins neue Jahr. =)


Die Schreiberin